Titelwettbewerb Druck- und Medien-Abc:
Prämierte Cover-Versionen

„Fach­li­che Informa­tio­nen für die Aus­bil­dung in der Druck- und Medien­branche“ – so lautet der Unter­ti­tel der Zeitschrift. Der ZFA gibt sie bereits im 68. Jahrgang heraus. In der Regel ent­werfen Azubis die Cover-Gestal­tung. Für den Nach­schub an Vor­la­gen sorgt alle paar Jahre ein Titel­wett­bewerb. Im Frühjahr 2021 betei­lig­ten sich 233 ange­hende Medien­gestal­ter/-innen Digital und Print mit 393 Einsendun­gen. Aus ihnen wählte die Jury Anfang Juni zehn Gewinner und sprach weitere zehn Belo­bigun­gen aus. Das Preisgeld für die Sie­ger­ti­tel beträgt 200 Euro, für die lobend Erwähn­ten 50 Euro. Ziel der Jury ist es, Ent­würfe unterschied­li­cher Machart zu küren, ob es sich nun um typo­gra­fi­sche Lösun­gen handelt, ob mit Foto­spra­che, Comic-Ele­men­ten oder dem Einsatz von Icons gearbei­tet wird.

Ent­schei­dend: Die Vorlage muss als Zeitschrift­en­ti­tel funk­tio­nie­ren, also im kleinen Format ihre Wirkung ent­fal­ten und alle wich­tigen Informa­tio­nen gut lesbar transpor­tie­ren. Und die Jury-Mit­glieder über­ra­schen: Was fällt mir sofort ins Auge? Welche Gestal­tung macht neu­gie­rig? Welcher Titel gefällt?

Die Jury
Anette Jacob, Kassel
Frank Fischer, Berlin
Jan Schulze-Husmann, Berlin
Udo Fritsch, Hei­delberg
Thomas Hagenho­fer, Saar­brü­cken

Die zehn Gewinner und die Meinung der Jury

Aufgeklappt von Melissa Schlimbach

Auf­ge­klappt von Melissa Schlimbach
Das typo­gra­fi­sche Spiel mit dem Titel eines bekann­ten Reise­magazins, der kluge welt­offene Kopf, Klappe die zweite am Filmset: Die Anspie­lun­gen auf die Medien­wirt­schaft sind deut­lich. Da bräuchte es die Auf­forde­rung „Let’s be crea­tive“ gar nicht mehr.

Abgehoben von Michael Dannenberg

Abge­ho­ben von Michael Dan­nenberg
Auf zu neuen Ufern in der 3D-Version, hinein in eine andere (Medien)Welt: Ein Eye­cat­cher, der nicht nur junge Leute anspricht. Die ungewöhnli­che Schrift unter­streicht die Anmu­tung zwischen Retro und Jetzt.

Angerollt von Nathalie Kratz

Ange­rollt von Natha­lie Kratz
Der 3D-Effekt der Welle zieht den Blick auf sich. Eine gelun­gene Täuschung, ein Hingu­cker. Die ver­wende­ten opti­schen Mittel sind sparsam ein­ge­setzt, ihre Bot­schaft ist dennoch laut. Anderer­seits fehlt manchem Betrach­ter der Bezug zum Thema.

Auffordernd von Philine Go

Auf­fordernd von Philine Go
Die elek­tro­nisch gespei­cher­ten Daten auf dem Stick wollen gedruckt werden: Eine witzige, plaka­tiv umge­setzte Idee. Eine fast gra­fi­sche, cartoon-artige Lösung, von jungen Leuten für junge Leute gemacht.

Ausgebrochen von Jonas Merlin Berger

Aus­gebro­chen von Jonas Merlin Berger
Lauter fal­lende, schnurge­rade Linien – bis auf eine kleine unscheinbare Schlaufe: Die starke Reduk­tion der gestalteri­schen Mittel pro­vo­ziert geradezu eine Reak­tion der Betrach­tenden. Was für die einen langwei­lig wirkt, ist für die anderen gekonnt puris­tisch. Neutral bleibt da niemand.

Glänzend von Viktoriia Klaus

Glänzend von Viktoriia Klaus
Das kra­chende Gelb unter­streicht das Plaka­tive dieser typo­gra­fisch stark reduzier­ten Gestal­tung. Die Idee, so mit dem Heft­ti­tel zu spielen, ist bril­lant. Schade nur, dass sie nicht kon­sequent umge­setzt und oben auf das kursive Abc ver­zich­tet wurde.

Improvisiert von Romy Liebold

Improvi­siert von Romy Liebold
Krei­deschrift auf Schul­tafel, Sketchbook-Eintrag, Scribble-Gro­bentwurf – die Seite löst vielfäl­tige Asso­zia­tio­nen aus. Und der Bran­chen­bezug ist unüber­sehbar, der skizzierte Workflow witzig. Ein guter Mix aus alten und neuen Ele­men­ten.

Schwindelerregend von Lena Mast

Schwindel­er­re­gend von Lena Mast
Kreise, nur Kreise. Doch sie wirken wie eine Spirale, die den Blick einsaugt. Und zugleich fast intui­tiv den Zeitschrift­en­ti­tel vermittelt. Mutig die Ent­scheidung, für die Unterzeile die klas­si­sche Schreib­ma­schi­nenschrift zu wählen. Manko des Ent­wurfs: Eine gewisse Farb­lo­sigkeit.

Virtuell von Mari-Liisa Singer

Vir­tuell von Mari-Liisa Singer
Manga-Kunst, eine mediale Begeg­nung der anderen Art, Science-fiction trifft (auf) die Realität. Eine Bot­schaft, bei der die Ziel­gruppe der Zeitschrift sich selbst im Auge hat. Ein echter Blickfang, auch wenn die Aus­ge­stal­tung der Idee Brüche zeigt.

Zeitgeistig von Marissa Quedenbaum

Zeitgeis­tig von Marissa Quedenbaum
An diesem Spiel mit der Typo­grafie schei­den sich die Geister: Wer will schon ein Heft lesen, das Wörter zum Buch­stabensa­lat zer­hackt, fragen die einen. Und die anderen sind gerade von dem mutigen Ein­greifen angetan und finden es span­nend, den Titel nicht auf Anhieb lesen zu können.

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